Die Vereinsgeschichte von 1992 - 2011



Am 11. September 2011 waren 44 Jahre vergangen, seit sich 20 Münstereifeler Bürger zusammenfanden, den KVM Bubbelsbröder ins Leben riefen und satzungsmäßig verankerten.
Diesen närrischen Festtag nehme ich zum Anlass, den zweiten Teil der Vereinschronik zu veröffentlichen.
Der erste Teil - von den Anfängen bis 1991 - ist ebenfalls hier auf dieser Homepage zu lesen.

Die Session 1991-92 mündete in der großen Jubiläumsgala – 25 Jahre KVM und 20 Jahre Belami-Girls - mit einem internationalen Showprogramm am 9. Mai 1992 im Haus Rupperath. Präsident Ewald Beier und der Vorsitzende Günter Kirchner gemeinsam im Smoking auf der Bühne – das hatte es in der Geschichte des KVM noch nicht gegeben. Auch das Festprogramm, gestaltet von einheimischen Kräften (Sackeifel-Duo, Bel-ami-Girls und Herrenballett) wie von hochkarätigen Gästen aus Köln (Bauchredner Fred van Halen, Weltenbummler, Callas von Niehl, Botterblömche), war dem Anlass angemessen. Viele befreundete Vereine hatten bereits am Abend vorher in der Bubbelsbud dem KVM ihre Aufwartung gemacht.



Die Karnevalssession 91-92 hatte vor der Gala wieder eine Herrensitzung, Damensitzung, Kindersitzung und Fischessen im Programm, und natürlich die Rathauserstürmung, diesmal gegen den neuen Stadtdirektor Bädorf, und den Zug am Sonntag unter dem sachlichen, aber naheliegenden Motto „25 Jahre KVM Bubbelsbröder“
In der Sessionszeitung 1991/92 wurde auf der vorletzten Seite bereits für die Sitzungen in 1993 geworben: Herrensitzung, Damensitzung, Kindersitzung, Fischessen – wie gewohnt. Aber daraus wurde leider nichts, denn am 24.7.1992 zerstörte ein Brand im Haus Rupperath für lange Zeit „unseren“ Festsaal, und damit mussten die großen Traditionssitzungen ersatzlos ausfallen; nur das Fischessen wurde durchgeführt, und zwar „im kleinen Kreis“ in der Bubbelsbud.

In meinem Rückblick auf die ersten 25 Jahre Vereinsgeschichte KVM Bubbelsbröder (siehe KVM-Zeitung 1991/92 und/oder Homepage) war die enge Verbindung zwischen KVM und Schützen ein „running gag“, in diesem zweiten Teil der Vereinsgeschichte wird statt dessen der Bildungshunger des Elferrats immer wiederkehrendes Thema sein. Einmal jährlich begaben sich Mitglieder aus Elfer- und Bubbelsrat auf eine mehrtägige Fortbildungsveranstaltung, über die in der einschlägigen Fachpresse (Gießkanne und KVM-Zeitung) jeweils ausführlich berichtet wurde. Diese Berichte widerlegten überzeugend die immer wiederkehrenden Behauptungen, es handele sich bei diesen Fahrten lediglich um allseits bekannte „Sauftouren“. So kann man für Bingen 1992 lesen, „Das Reizvolle an dieser Veranstaltung lag darin, dass jeder auf seine Kosten kam.“

Der Zug am Karnevalssonntag 1993 blieb vom Brand im Haus Rupperath natürlich unberührt, und das neuerdings gesperrte Orchheimer Tor war für einige Stunden wieder geöffnet: “De Poortz is zo – de Autos weg, jetzt siehste nur noch Hundedreck“. Am Vorabend des Zuges fiel ein Wermutstropfen in die närrische Stimmung der Bubbelsbröder: Die Bel-ami-Girls verabschiedeten sich in einer eindrucksvollen Abschiedsvorstellung im Haus des Gastes vom aktiven Karneval – sie beendeten nach 20 Jahren ihre erfolgreiche Karriere als Showtruppe. Gegründet, trainiert und betreut im gesamten Zeitraum wurden sie von Ingrid Beier, die ob dieser Verdienste wie auch für das erfolgreiche Training des Herrenballetts zu Recht zum Ehrenmitglied des KVM ernannt wurde.

Eine Überraschung brachte im September 1993 die Jahreshauptversammlung: Nach 10 Jahren gab Günter Kirchner aus beruflichen Gründen den Vereinsvorsitz ab und wurde beerbt von Willi Wirtz, bis dahin Zugleiter. Günter blieb dem Vorstand aber als Pressewart erhalten.

Für die diesjährige Bildungsfahrt des Elferrates hatten die Organisatoren ein absolut ruhiges Ziel ausgesucht: Gülz an der Mosel, wo die Teilnehmer durch nichts und niemand von sich abgelenkt wurden. Lediglich durch eine höchst unterhaltsame Stadtführung durch Koblenz wurde der beschauliche Aufenthalt unterbrochen.

Wieder ein Jubiläum: Die Landsknechte, das Musikcorps des KVM, feierten 1993 ihr 25-jähriges Jubiläum mit einer Silvestergala in der Bubbelsbud. Und eine Neuerung wurde verkündet: Es dürfen ab sofort auch „Weiberleut“ mit musizieren.

Zwei verdiente KVM-Mitglieder, sowohl als Vorstandsmitglieder in verschiedenen Funktionen wie auch als erfolgreiche Büttenredner, haben uns kurz nacheinander verlassen: Jürgen Schlierf am 9.12.1993 und Michael Krösinger am 2.4.1994. Sie werden als „Typen“ noch lange in Erinnerung bleiben.

Klein aber fein – der Saal im Haus des Gastes wurde 1994 neuer Veranstaltungs-raum des KVM, und zwar für Damensitzung und Fischessen, und das Fazit: auch hier kann man im „kleinen Kreis“ toll feiern.

Das Motto der Session und des Zuges wurde in einem Wettbewerb ermittelt: „Junge Herzen, altes Gemäuer – Spaß und Freud sind nie zu teuer“, die Idee eines Kurgastes aus Monheim, der aus rund 40 Vorschlägen als Sieger hervorging und die 50 DM Siegprämie hoffentlich der heimischen Gastronomie zugeführt hat.

Am 10.7.1994 wurde zum 25. Mal der Kirschenmarkt durchgeführt – wie bekannt als Vorbereitung für die traditionelle Altenfahrt (später Seniorenfahrt, noch später Herbstfahrt). Das inzwischen zum 5ten Mal durchgeführte Sommerfest diente ebenfalls immer einem sozialen Zweck, nämlich der Unterstützung der Leukämie-Initiative Bonn.

Die Bildungsreise des Elferrates stand im Jahr 1994 auf beachtlich hohem Niveau: eine ornithologische (alles was mit Vögeln zu tun hat) Exkursion auf Mallorca war angesagt. Hierbei stellte man u.a. fest, dass auf dieser fernen Insel Sitten und Gebräuche, Essen, Trinken und sogar Sprache große Ähnlichkeit mit dem Rheinischen hatten.

Eher unauffällig, aber von vielen bedauert, war nach der Session 1994 der Abschied von Hans Hünseler, der lange Jahre als Haus- und Hoffotograf alle Veranstaltungen im Bild festgehalten hat; selbsternannte Bilderzähler verbreiteten die Mär, Hans habe mindestens 11.111 Fotos für den KVM „geschossen“.

Ein neuer Vorsitzender bringt neuen Schwung, der sich u.a. in der Session 1994/95 in der Wiederbelebung der Herrensitzung äußerte und die, wie Damensitzung und Fischessen, im Haus des Gastes stattfand und ein voller Erfolg war.

Und noch eine beachtliche Neuerung gab es im Münstereifeler Karneval: Die Bürgermeisterin Ursula Koch-Träger stürmte ihr eigenes Rathaus. Sie hatte sich ohne Wissen ihrer beiden Stellvertreter, Heinz Schmitz und Wolfgang Germann, und bei Abwesenheit des Stadtdirektors Achim Bädorf unter die Möhnen gemischt, die das Rathaus erstürmten und kannte natürlich die Strategie der beiden Herren, die dann auch schnell kapitulierten.

„Armins Kübel – Bädorfs Pflaster, Karneval das beste Laster“ war das Motto des Karnevalszuges, der bei Sonne und Schneeregen durch die Stadt zog.

Viele Jahre wurde Josef Jenniches bei der Altenfahrt jeweils als ältester Teilnehmer geehrt, 1995 aber ganz besonders, weil er der erste 100-Jährige war, der jemals an einer unserer Altenfahrten teilgenommen hat.

Der Elferrat hatte sich für seine Bildungsreise ein ziemlich nahes, aber einmaliges Ziel ausgesucht: die größte Rheinschleife der Welt bei Boppard. Sie ist nachweislich die größte der Welt, weil sie die einzige ist. Solche tiefschürfenden Erkenntnisse rechtfertigen den mit diesen Fahrten verbundenen Aufwand, z.B. bei wechselnden Bier- und Weinproben.

Nach der Renovierung und Wiedereröffnung des Saales im Haus Rupperath fanden 1996 Herrensitzung, Damensitzung und Fischessen wieder in Eicherscheid statt.

Der Karnevalszug zog bei Schnee und Schneeregen unter dem Motto „D’r Zog treck an d’r Erft vorbei, wie jedes Johr sen all dabei“ zwar an der Erft vorbei, aber wetterbedingt „sen doch net all dabei“ – es fehlten viele Stammgäste sowohl im Zug als auch beim Publikum.

Das Wirtschaftsseminar von Vorstand und Elferrat fand in diesem Jahr in dem abgelegenen Moseldorf Löf statt, wo man in aller Ruhe und Abgeschiedenheit ohne Ablenkung an verschiedenen Themen, z.B. „Wirtschaft für die Praxis“ und „Kondition durch Tanz“ oder dem Schicksal von Fußballtraditionsvereinen wie dem 1. FC Köln arbeiten konnte.

Am 27.12.1996 verstarb im Alter von 68 Jahren Johannes Honert, der viele Jahre, u.a. als zweiter Vorsitzender und im Herrenballett, das Vereinsleben des KVM mitgestaltet hatte.

Nach der Herrensitzung und Damensitzung wurde das Rathaus 1997 zum ersten Mal gegen Bürgermeister Bädorf erstürmt – trotz einer guten Verteidigungsrede hatte er wie seine Amtsvorgänger(in) in den Jahren zuvor keine Chance gegen die zahlreichen Möhnen und Jecken. Bei schönem Wetter zog der Zug am Karnevalssonntag unter dem Motto „Ist der Beutel noch so leer, wir feiern trotzdem Fasteleer.“ Zum letzten Mal nahm eine Gruppe von Konviktoristen teil, da ihnen ja mit Ende des Schuljahres der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde und die Stadt sich im Verbund mit ALDI über die marode Bausubstanz hermachte.

Neues gab es von der Jahreshauptversammlung 1997 zu berichten: Günter Kirchner wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, und das Amt des Sitzungspräsidenten übergab Ewald Beier nach 15 Jahren an Robert Nolte. Ewald Beier wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt, und in derselben Sitzung wurde das Gründungsmitglied des KVM, Karl-Heinz Dormann, auf Grund seiner vielfältigen Aktivitäten für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Und bei den Landsknechten, deren Hauptmann K.H. Dormann viele Jahre war, durfte „der“ erste weibliche Landsknecht, Ulrike Leimen, mitspielen.

Elferrat und Vorstand haben auch in diesem Jahr ihr Wochenend-Fortbildungs-seminar durchgeführt. Zur Erkundung von Volksbrauchtum und Gestaltung von Großveranstaltungen (geplante Jonge- und Mädche-Sitzung) besuchten sie in Bad Cannstatt den Wasen und erhielten neben vielen Einblicken in das badische Nachtleben und -treiben viele Zusatzinformationen vom dorther stammenden RTL-Moderator Hans Meiser.

Das Jahr 1998 begann mit einer Neuheit: In der Heinz-Gerlach-Halle fand nicht nur erstmals eine Karnevalssitzung des KVM statt, sondern der neue Sitzungspräsident Robert Nolte leitete auch eine neue Sitzungsform: „Jonge un Mädche“-Sitzung, eine Kombination aus Damen- und Herrensitzung. Mit einem Flyer wurde diese Veranstaltung im Vorfeld gezielt beworben:

Die Sitzung wurde mit 700 Besuchern ein voller Erfolg, auch wenn die Bühne den Anfangsbelastungen durch die Tanzgarde „Westerwaldsterne“ nicht ganz gewachsen war. Aber dank Hallenwart Mänes konnte der Schaden schnell behoben werden.
Nach acht Jahren Pause wurde auch die Kindersitzung „Von os Pänz für os Pänz“ erfolgreich wiederbelebt, mit Christa Brück und Marlene Kirchner als Organisatorinnen und mit großem Erfolg, der zum Weitermachen ermunterte. Kindersitzung und Fischessen wurden im Haus des Gastes durchgeführt.

Ein Höhepunkt des Fischessens war alljährlich der Auftritt des Elferrates als Herrenballett. Ausgedacht, einstudiert und ausstaffiert wurden diese Auftritte seit ihrem Beginn 1971 immer wieder von Ingrid Beier, die 1998 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste – sehr zum Leidwesen des Elferrates wie auch des immer erwartungsfrohen Publikums.



„Euro statt Mark – Alaaf bliev stark“ war das Motto des Karnevalszuges, bei dem der KVM nach vielen Fußgruppen-Jahren wieder mit einem eigenen Wagen dabei war

Und noch eine Neuerung – oder doch nur eine „Gießkanne“-Ente?



Bei der Bildungsfahrt des Elferrates nach Hamburg sollte die Frage geklärt werden, warum der Karneval „in diesem Teil Deutschlands Schwierigkeiten hat, sich durchzusetzen“. Neben den wissenschaftlichen Studien kamen aber auch Stippvisiten in nette Hamburger Kneipen und auf die Reeperbahn nicht zu kurz. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Fahrt nicht vom Verein gesponsert wurde, sondern jeder die Kosten von seinem eigenen Vermögen abbuchen musste.

Das Jahr 1999 begann mit einer Neuauflage der Jonge- un Mädche-Sitzung. Der Erfolg der Erstveranstaltung hatte dazu Mut gemacht, und auch diese Sitzung wurde wieder ein großer Erfolg, auch wenn der Veranstalter sich den Besucherandrang größer gewünscht hatte. Der war allerdings dann mit 400 Besuchern bei der Kindersitzung erfreulich hoch – wegen Terminproblemen im Haus des Gastes fand auch diese Sitzung in der Gerlach-Halle statt.

Kälte, Schneeregen und trotzdem Hunderte Zuschauer bildeten den Rahmen für die närrische Rathauserstürmung durch eine „Jecke Invasion vom Mars“, bei der Bürgermeister Bädorf letztlich wieder keine Chance hatte, den Schlüssel erfolgreich zu verteidigen.

Das Zugmotto „Münstereifel 1100 Johr – Fastelovend bliev wie et wor“ sollte daran erinnern, dass im Jahre 898 König Zwentibold dem Kloster Münstereifel Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen hatte.

Bei der Mitgliederversammlung 1999 wurde durch einige Neubesetzungen bzw. Ergänzungen das Durchschnittsalter des Vorstandes deutlich gesenkt – hiermit sollte ein „Generationswechsel“ vorbereitet werden.

Für den Elferrat stand im Jahr 1999 ein Euro-Seminar in Maastricht auf dem Bildungsprogramm. Ein Ziel war es, ein Gefühl für den Umgang mit fremden Währungen zu erhalten, stand doch die Einführung des Euro vor der Tür. Zusätzlich wurden Erfahrungen gesammelt hinsichtlich der Preisgestaltung diesseits und jenseits der Grenze. Der deutlich günstigere Spargelpreis in den Niederlanden konnte die Tagungsteilnehmer nicht versöhnen mit den hohen Bier- und noch höheren Weinpreisen.

Die jungen Leute im Vorstand brachten neue Ideen mit – und so wurde z.B. der Abend vor dem Kirschenmarkt als Rock-Nacht organisiert, für das regnerische Wetter waren sie allerdings nicht verantwortlich.

Zur Jahrtausendwende erwartete die Karnevalisten in der Kernstadt eine nahezu sensationelle Erscheinung“: Ein leibhaftiges Dreigestirn mit Prinz Matthias I. (Tiss Jonas), Jungfrau Wernhilde (Werner Claus) und Bauer Werner (Werner Brüggemann) wollte zusammen mit den Bubbelsbrödern eine außergewöhnliche Session gestalten. Da die Satzung des KVM weder Dreigestirn noch Prinzenpaar vorsieht, werden die drei wohl eine karnevalistische Ausnahme bleiben.

Bei einem Biwak auf dem Markt, bei dem u.a. das Reiter-Korps Jan van Werth aus Köln aufmarschierte, konnte das närrische Volk im Januar 2000 mit dem Trifolium auf Tuchfühlung kommen, und natürlich waren die Auftritte der Tollitäten Höhepunkte bei der „Jonge- un Mädche“-Sitzung und der Kindersitzung „Cirkus Bubbelbam“ in der Gerlach-Halle. Der Umzug am Karnevalssonntag unter dem Motto „Mönste schunkelt un lacht – 2000 und eine Nacht“ bildete für das Dreigestirn den Glanzpunkt einer tollen Session, die beim Fischessen im Kur- und Kongresshotel dann ihren Abschluss fand.

Am 24. Januar 2000 starb im Alter von fast 80 Jahren das Ehrenmitglied Hans Hünseler, 33 Jahre zuvor Gründungsmitglied des KVM und in all den Jahren aktiv im Verein, u.a. als „Hoffotograf“, wodurch dem Verein ein umfangreiches Foto-Archiv geschaffen wurde.



Rocknacht und Kirschenmarkt am folgenden Sonntag wurden auch 2000 wieder ein Opfer des strömenden Regens, der beide Veranstaltungen trotz bester Vorbereitung zum finanziellen Reinfall machte.

Für den bildungshungrigen Elferrat bot sich die EXPO 2000 in Hannover nahezu zwingend als Ziel an. Um den Ehepartnerinnen, die verschiedentlich an der Ernsthaftigkeit des Bildungswertes vergangener Fahrten gezweifelt hatten, alle Zweifel zu vertreiben, durften sie in diesem Jahr an der Fahrt teilnehmen. Und in der Tat zeigten die Damen sich beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, mit der die Männer sich ihrer Bildungsarbeit widmeten.

Die „Jonge un Mädche-Sitzung“ wurde zusammen mit Rabbit Entertainment GmbH organisiert und wartete mit einem Spitzenprogramm auf: Et Fussisch Julche (Marita Köllner), Der Weltenbummler (Gerd Rück), Blom un Blömcher, Ein Mann für alle Fälle (Guido Cantz), Süper-Duett, Eschweiler Fanfarencorps und De Höhner - ein Programm auf dem Niveau Kölner Prunksitzungen, wie es bis dahin in Bad Münstereifel noch nicht geboten wurde. Übrigens: Auch die Preise waren auf Kölner Niveau: 39, 49, und 59 DM.

Die Rathauserstürmung fand als Narrengericht statt, vor dem sich Bürgermeister Bädorf zwar als nicht schuldig bekannte, was ihm aber nichts nützte: Er musste (wie in jedem Jahr) die Rathausschlüssel rausrücken.

Am Karnevalssonntag zog der Zug unter dem Motto „Kein Jubiläum, keine Wahl - 2001 nur Karneval“ mal wieder trockenen Fußes durch die Straßen der Stadt, und zwei Tage später gab es beim Fischessen wieder einen Auftritt des Herrenballetts, diesmal unter der Regie der neuen Trainerin Gerlind Maier. Dass sie mit Mädchen Showtänze vorführen konnte, hatte sie schon oft bewiesen, nun aber hatte sie sich erfolgreich an das Experiment gewagt, eher staksige Männer zu rhythmischen und grazilen Bewegungen in Männer- und/oder Frauenkleidern zu verleiten und harmonisch vortragen zu lassen. Wie gesagt: erfolgreich, sogar sehr erfolgreich.

20 Jahre Sackeifel-Duo wurde in 2001 gefeiert, Fredy Kirchner und Robert Nolte als Eigengewächse des KVM, die als „Zwei Hausmänner“ begonnen hatten und ursprünglich nur auf dem Fischessen auftreten wollten. Inzwischen waren über 200 Auftritte in Nah und Fern daraus geworden, mit Lokalkolorit, eigenen Liedern wie dem Hit „Mir danzen Samba op'm Küchendisch“ und eigener CD - ein Highlight jeder Sitzung, bei der sie im Programm waren.

Wieder ging ein KVM-Urgestein: Walter Riep starb am 26.4.2001 nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Über viele Jahre war er im Vorstand aktiv, besonders für den Verkauf der Eintrittskarten verantwortlich, war in seiner aktiven Zeit bei jeder Veranstaltung im Empfangskomitee und hat viele Altenfahrten verantwortlich vorbereitet und durchgeführt.

Neuerungen bei den Vorstandswahlen: Mit Petra Mahlberg als Geschäftsführerin und Sabine Bertsche als Pressewart(in) hat erstmals in der Geschichte des KVM das „schwache Geschlecht“ Vorstandsaufgaben übernommen. Mit Jörg und Achim aus der KVM-Dynastie Meyer sind die beiden Brüder ihrem Vater Karl in den Vorstand gefolgt: Jörg als 2. Vorsitzender, Achim als Schatzmeister. Der Altersdurchschnitt des Vorstandes wurde in diesem Jahr drastisch gesenkt.

Josef Heinen, genannt „Zeck“, ein Mann der ersten Stunde im KVM, erhielt zu seinem 70. Geburtstag den höchsten Verdienstorden, den der Bund Deutscher Karneval für verdiente Karnevalisten bereit hält. Neben seiner langjährigen „Tröterei“ bei den Landsknechten hat er sich unermüdlich eingesetzt beim Ausbau der Bubbelsbud und bei vielen Karnevalswagen und Bühnenbildern.

„Wirtschaftsförderung durch Tourismus“ war das Leitthema der Bildungsreise des Elferrates im Jahr 2001. Als Ziel für diese anspruchsvolle Beobachtung war das Kur- und Feriengebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler ausgewählt worden. Dieses typische kommunalpolitische Thema wurde, wie zu erfahren war, nicht schwadronierend, sondern handfest und praxisnah angegangen. Großes Fazit: Ahrweiler ist schön, aber Bad Münstereifel ist schöner.

KVM im Fernsehen - jitt et dat? O jo! Am 25. Januar 2002 übertrug der WDR die Närrische Hitparade aus der Gerlach-Halle live und in Farbe. Als Partner des WDR war der KVM in Vorbereitung und Durchführung eingebunden und durfte zum Dank dafür am Finale in den WDR-Studios teilnehmen. Fast hätten die „Ohrwürmer“, alias „Duo Varia“ in der Münstereifeler Sendung gewonnen - ganz knapp hinter der „De Kroetsch“-Gruppe kamen sie auf Platz Zwei.

Über 600 Närrinnen und Narren waren Gast bei der 5. Jonge-un-Mädche-Sitzung, bei der der Auftritt von Brings an manche „Superjeilezick“ erinnerte.

Bei der Rathauserstürmung machten die Karnevalisten den Vorschlag, „Mer verkloppe os Rathus“, um die leere Stadtkasse zu füllen. Aber es endete wie jedes Jahr: Bürgermeister Bädorf war bis Aschermittwoch den Schlüssel los - die Narren regierten die Stadt und die Kasse blieb leer.

Der Zug am Karnevalssonntag unter dem Motto „D-Mark weg - Mir blieve jeck“ zog, nachdem bei der Aufstellung die ca. 400 Teilnehmer pitschnass geworden waren, bei Sonnenschein durch die Stadt. Beim Fischessen war das Sackeifelduo mal wieder die Glanznummer, u.a. mit dem kürzesten Witz in Münstereifel: „Campingplatz“. Das ortskundige Publikum tobte vor Lachen. Und auch der Elferrat sorgte als „Herrengeschwader“ mal wieder für ein großartiges Finale von Fischessen und Karneval 2002.

Was machte der Elferrat sonst noch in diesem Jahr? Nun, die traditionelle Bildungsreise führte nach Bremen, wo man Gemeinsamkeiten mit Bad Münstereifel untersuchen wollte. Die wichtigste war überraschend schnell gefunden: Das Bier schmeckt in beiden Städten ähnlich gut. Das Zusammentreffen mit einer Delegation chinesischer Ingenieure brachte die Idee von einer Bubbelsbröder-Dependance in Guanzhou - die Verwirklichung lässt allerdings auf sich warten.

KVM-Gründungsmitglied Karl Heinz Dormann erhielt für seine vielfältigen Verdienste um die Landsknechte, die Bubbelsbud und den KVM insgesamt den Verdienstorden des Regional-Verbandes Rhein-Sieg-Eifel in Gold.

Am 11. Oktober 2002 trafen sich 17 KVM-Mitglieder (alle über 50 Jahre alt) zur Gründungsversammlung des Bubbelsrates. Aufgaben und Struktur ähneln dem bei vielen Karnevalsvereinen anzutreffenden Senat, d.h. verdiente Mitglieder und Gönner des Vereins haben hier die Möglichkeit, den Kontakt zum Verein zu pflegen und den Verein zu unterstützen. Und ein vorrangiges Ziel ist „Spass an der Freud“ zu haben. Zum ersten Präsidenten des Bubbelsrates wurde Ewald Beier, Ehrenpräsident des KVM, gewählt. Die anderen Gründungsmitglieder waren: Rudi Breuer, Karl Heinz Dormann, Dieter Graf, Ewald Hack, Josef Heinen, Martin Hergarten, Günter Kirchner, Karl Meyer, Robert Nolte, Norbert Peters, Heinz Schmitz, Hans Trieschnigg, Hans Weber, Thomas Weber, Willi Wirtz.

Die „Jonge un Mädche“-Sitzung im Januar 2003 war die dritte und letzte ihrer Art, denn Rabbit-Entertainment zog sich zurück, und der KVM konnte allein eine solche Sitzung nicht mehr durchführen.

Abschied nehmen hieß es 2003 auch von der „Bubbelsbud“, dem attraktiven Vereinsheim, das durch den Abriss der Städtischen Hauptschule sein Fundament verlor. Das Inventar wurde zwischengelagert und harrt seitdem der Wiederbelebung.


Bubbelsrat in vollem Ornat


Abschied nehmen musste der KVM für 2003 auch von seinem lange genutzten Prunkwagen, der beim Umzug am Karnevalssonntag unter dem Motto „Die jecke Ratsherrn hängen rum, mir Jecke hauen op de Trum“ wieder mitfahren sollte, vom TÜV aber keine Zulassung mehr bekam. So marschierte der Elferrat unter dem Motto „Beamtenwillkür und TÜV-Auflagen stoppten unseren Karnevalswagen“ zu Fuß zur Freude vieler Besucher mit vielen anderen Gruppen durch die Stadt.

Der Elferrat machte in diesem Jahr statt der üblichen mehrtägigen Bildungstour eine eintägige Erkundungsfahrt an den Rhein, wobei ein kompaktes Veranstaltungs-programm interessante Themen aus Bereichen Politik, Wirtschaft und Soziales abdeckte. Anlaufpunkte waren die Bonner Innenstadt und nach Schifffahrt auf dem Rhein die Touristenzentren Königswinter mit Drachenfels und Linz. Die Bordgastronomie auf dem Schiff der Köln-Düsseldorfer bestand z.B. den Test nicht, da die vom Elferrat gewünschte Biermarke nach kurzer Zeit ausgetrunken war.

An Stelle der „Jonge un Mädche“-Sitzung wurden die Jecken zu Beginn des Jahres 2004 zu einer karnevalistischen Tanzparty „Swinging Fastelovend“ in den Saal des Dörrenberg's Kurhotel (vorher Amber-Hotel, vorher Städt. Kneippkurhaus) eingeladen. Leider war die Beteiligung dieser ansonsten sehr gelungenen Veranstaltung noch sehr steigerungsfähig.

Die Rathauserstürmung 2004 war für den hierbei immer wieder leidgeprüften Bürgermeister Bädorf die letzte - er wurde im Herbst von Alexander Büttner abgelöst. Bei bitterkaltem Wetter verspotteten närrische Gespenster den Bürgermeister „Der Bädorf ist ein weiser Mann, der sagt: Ich lass jetzt andere ran“.

Das Motto des Umzuges am Karnevalssonntag nahm die Überversorgung der Stadt mit Wegweisern für Radtouristen aufs Korn: „Fahrradschilder überall, verrückter noch als Karneval“

Das Fischessen wurde im mittlerweile insolventen Dörrenberg's Kurhotel durchgeführt - praktisch in Eigenregie des KVM. Aber Sackeifelduo, Herrenballett und andere Künstler ließen kleine organisatorische Unebenheiten dabei vergessen. Das Fischessen beendete eine der kürzesten Sessionen der letzten Jahre, denn die letzten Gäste des Fischessens zogen bereits in den ersten Stunden des 9. Februar 2004 (Aschermittwoch) nach Hause.

Die Landsknechte, das Musikkorps des KVM, fühlte sich organisatorisch im Hauptverein nicht mehr wohl und entschied sich für einen gemeinsamen Austritt aus dem KVM und eine Neuorganisation als „Bad Münstereifeler Stadtmusikanten“. Da die Trennung einvernehmlich erfolgte, wurde eine Zusammenarbeit für zukünftige Veranstaltungen in Aussicht genommen.

Der Elferrat machte sich in diesem Jahr auf den Weg nach Duisburg. Vorbesprechung im „Glockenspiel“ und Schlussbesprechung in der „Ratsstube“ rahmten diese Unternehmung ein. Man hatte die Idee, aus dem reichen touristischen Erfahrungsschatz der einzelnen Teilnehmer den Duisburger Verantwortlichen für die Umgestaltung des Binnenhafens zu einem Tourismusmagneten Hilfestellung zu geben, aber als man vor Ort war, erfuhr man, dass bereits Sir Norman Forster, der weltbekannte Architekt und Planer der Berliner Reichstagskuppel, hier mit einigen anderen international tätigen Architektenkollegen Sehenswertes geschaffen hatte. Daher wechselte man den Schwerpunkt der Forschungsarbeit auf den Bereich des privaten Brauereiwesens.

Am 28. September 2004 verstarb im Alter von 74 Jahren Berni Müller, langjähriges Vorstandsmitglied des KVM und engagierter Tänzer im Herrenballett, und nach seiner aktiven Zeit immer wieder Gast bei den unterschiedlichen Veranstaltungen.

Der zweite Versuch, „Swinging Fastelovend“ zur Tradition werden zu lassen, fand im Januar 2005 statt, aber auch diesmal ließ die Resonanz bei der Besucherzahl zu wünschen übrig.

Die Rathauserstürmung gab zum ersten Mal Bürgermeister Büttner Gelegenheit, seinen Mitbürgern zu zeigen, ob närrisches Blut in seinen Adern fließt. Die „Macher“ Robert Nolte und Günter Kirchner hatten für den „importierten Schwaben“ eine Karnevalstaufe vorbereitet, durch die schließlich sein Wille gebrochen wurde, das Rathaus mit aller Gewalt gegen die Narren zu verteidigen.

„Kurhaus - Schwimmbad - Campingplatz - os Stadt plant nur noch für die Katz“, war das Motto des Karnevalszuges. Zum Glück für den Bürgermeister machte das Sackeifel-Duo beim Fischessen eine Pause, sonst hätte es ihn u.a. mit diesen Themen das Fürchten vor närrischen Pointen gelehrt. Statt dessen konnte er sich mit allen anderen Gästen an dem brillanten Auftritt des Herrenballetts erfreuen.

Nachtrag zum Karnevalszug 2005: Der Versuch, die Münstereifeler Zugteilnehmer und Zuschauer in der Gerlach-Halle zu einem „Schwof nach em Zug“ zu bewegen, musste als solcher abgehakt werden. Viele zog es mit vollen Plastiktüten nach Hause, wenige zu den einheimischen Wirten, wenn diese denn überhaupt ihr Lokal geöffnet hatten.

Das Bildungsseminar des Elferrates fand in diesem Jahr in Luxemburg statt. Die Veranstaltung wäre zwar durch die gleichzeitig stattfindende Konferenz der Außenminister der EU aufgewertet worden, die Teilnehmer zogen aber dann doch einen Ortswechsel aus der Konferenzstadt an die Mosel vor, um in dem idyllischen Ort Ahn Schluck für Schluck die Produkte eines Weingutes zu überprüfen.

Am 12.11.2005 wurde neue Session 2005/2006 in Ermangelung der Bubbelsbud im Printenhaus eröffnet - aber die Lokalität war nicht „der große Hit“ für eine derartige Veranstaltung.

4. Januar 2006: Zum dritten und letzten Mal: “Swinging Fastelovend“ - die Veranstaltungen waren zwar allesamt gut, aber die Resonanz in der Bevölkerung ließ zu wünschen übrig, und so wurde diese Veranstaltung abgesetzt.

Mittlerweile nicht mehr ganz neu im Amt und inzwischen auch karnevalserfahren musste Bürgermeister Büttner am Weiberdonnerstag sein Rathaus gegen die jecken Wiever im Jahr der Fußball-WM mit einem Torwandschießen verteidigen. Große Überraschung: Der Bürgermeister verlor (durch ungleiche Bedingungen schwer benachteiligt) und musste den Rathausschlüssel abgeben.

Auch im Umzug am Karnevalssonntag war die Fußballweltmeisterschaft Thema beim Motto „WM und Narretei - do sin mer all dobei“ - wie bei vielen Gruppen, die im Zug mitgingen.

Beim Fischessen zog das Sackeifel-Duo nach der Pause im letzten Jahr noch einmal alle Register und begeisterte mit dem 25. und vielleicht besten Auftritt alle Besucher. Aber Fredy Kirchner und Robert Nolte hatten auch eine Horrormeldung für ihre Fans: dies war ihr letzter Auftritt - „Wenn es am schönsten ist, soll man gehen“. Und allen war klar: Für die beiden wird es keinen gleichwertigen Ersatz geben.

Robert Nolte, 25 Jahre lang Sackeifel-Duo-Hälfte, seit „ewigen Zeiten“ einer der Stars im Herrenballett und seit 1997 Sitzungspräsident des KVM erhielt wegen dieser und seiner vielfachen weiteren Verdienste um den kurstädtischen Karneval den Silbernen Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval

Der Elferrat hatte sich für seine diesjährige Bildungsfahrt als Thema „Das Individualverhalten in der Masse und seine sozialen Spätfolgen“ gewählt und glaubte, bei Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen, einem dem Münchener Oktoberfest vergleichbaren Volksfest, hierzu beste Voraussetzungen für seine Studien vorzufinden. Manche Überraschung gab es bei den Spätfolgen des Leerens vieler Maßkrüge bei einzelnen Teilnehmern zu beobachten, wie auf der Abschlussdiskussion im „Glockenspiel“ noch einmal deutlich wurde.

11.11.2006 - 11.11 Uhr: Der KVM eröffnete gemeinsam mit dem Karnevalsverein Fidelia Kutterfrisch die närrische Session 2006/2007 in einer Freiluftveranstaltung am Marktbrunnen. Am Abend fand dann der zweite Teil der Veranstaltung im Schützenhaus statt. Insgesamt war diese neue Veranstaltungsform erfolgreich, wenn auch einige aus beiden Vereinen nicht viel mit dem angebrochenen Nachmittag anzufangen wussten.

Die Rathauserstürmung 2007 war thematisch auf die bevorstehende Schließung des Postamtes ausgerichtet und gipfelte in dem Vorschlag, der Bürgermeister selbst sollte die Briefmarken im Rathaus verkaufen. Aber dazu kam es natürlich nicht, im Gegenteil, der Bürgermeister musste wieder die Schlüssel an die jecken Wiewer abgeben.

Das Motto der Karnevalssession 2006/2007 war KVM-spezifisch: „In 10 Johr hamme 50 voll - dröm sin mer hück at raderdoll“ - und entsprechend dolle Persiflagen auf die Stadt und ihre Probleme präsentierten die Teilnehmer im Umzug am Karnevalssonntag. Und der „raderdolle“ Bürgermeister Büttner fuhr auf dem KVM-Wagen mit durch „seine“ Stadt.

Noch doller aber trieb es der Bürgermeister beim Fischessen: Da „flog“ Biene Maja beim Herrenballett doch tatsächlich von Blüte zu Blüte - so doll hatte sich bislang noch kein Bürgermeister oder Stadtdirektor auf einer KVM-Bühne gebärdet. Das Publikum belohnte Biene Maja Büttner mit frenetischem Beifall. Noch ein anderer Höhepunkt des Fischessens sei vermerkt: Hatte doch tatsächlich der „Bergische Jong“ alias Diakon Willibert Pauels mit Hilfe von Höhner-Bassist Hannes Schöner den Weg nach Bad Münstereifel gefunden und mit einer Super-Rede das Publikum begeistert.

KVM seit 2007 mit eigener Homepage im Internet! Unter dem Namen www.KVM-Bubbelsbroeder.de kann man weltweit Aktuelles und Historisches lesen oder im Bild betrachten. Die attraktiv aufgemachte Homepage verdankt Entstehung und sehr zeitnahe Pflege den beiden schwer engagierten Webmastern Detlef Riquier und Chris Stroobants.

Bei einem erstmals ausgetragenen Fußballturnier mit und gegen Fidelia Kutterfrisch auf dem Bolzplatz an der Gerlachhalle errangen die Spielerinnen und Spieler des KVM einen hervorragenden zweiten Platz !?!

Der Elferrat hatte sich in diesem Jahr eine besonders schwierige Aufgabe vorgenommen: rheinischen Karneval nach Ostfriesland zu exportieren, und das auch noch außerhalb der Session. Kontaktmann Charlie Reinighaus - seit einigen Jahren als Hoffotograf des KVM aktiv - hatte in Aurich den Besuch des Elferrates dazu vorgesehen, seinen Freunden der Marinekameradschaft wie auch dem Bürgermeister des Ortes zu zeigen, weshalb er in der Karnevalssession nach Bad Münstereifel „flieht“. Natürlich hatten die Profis aus dem Rheinland sehr schnell und erfolgreich närrische Bazillen an die ostfriesischen Skeptiker verteilt, und Charlie darf nun weiter jedes Jahr zum Fotografieren ins Rheinland kommen.

Auch die Session 2007/2008 begann gemeinsam mit Fidelia Kutterfrisch auf dem Marktplatz. Zwar war am 11.11.2007 von 11.11 Uhr an die erste Stunde komplett verregnet, aber dann kam die Sonne hervor und mit ihr ein tolles Programm und eine ebensolche Stimmung.

Da die Kurstadt Bad Münstereifel in den letzten Jahren ein Bad nahezu ohne Kureinrichtungen geworden ist, machten die Bubbelsbröder an Weiberfastnacht den Vorschlag, das Rathaus zum neuen Kurzentrum umzuwandeln unter Leitung von Oberbademeister BüBü (Bürgermeister Büttner). Natürlich endete das ganze Spektakel wie jedes Jahr: Nix wurde aus dem Vorschlag und der Bürgermeister musste den Wiewern den Rathausschlüssel überlassen.

Strahlender Sonnenschein begleitete einen wunderschönen Umzug am Karnevalssonntag 2008 mit „Jecke Tön om Kreisverkehr“. Das Motto bezog sich auf die neuerdings „eingekreiselte“ Stadt mit Aldi-, Plus- und Extrakreisel und den Möchtegern-Kreisel in Nöthen.

Das Fischessen kehrte 2008 nach vielen Jahren wieder nach Eicherscheid zurück - der Kursaal war für alle Zeiten als Veranstaltungsort verloren. Besondere Glanzpunkte waren Eigenproduktionen: Elke Carl, die u.a. über die neue Postagentur im Getränkemarkt berichtete und natürlich wieder der Elferrat als Herrenballett.

Apropos Elferrat: In diesem Jahr ging die Bildungsfahrt nach Bad Salzig, einem ehemals blühenden Kurort, nun in der Abwärtsbewegung wie Bad Münstereifel. Da gab es natürlich viele Vergleichsmöglichkeiten. Kontrapunkt zum welkenden Kurleben war das blühende Winzerfest in Boppard, bei dem selbst eingefleischte Bierfans an der Weinprobe teilnahmen. Es soll nicht bei der Probe geblieben sein.

Der Sessionsauftakt 2008/2009 wurde wieder im Saal veranstaltet, da der 11.11. nicht auf einen Samstag oder Sonntag fiel und damit eine Freiluftveranstaltung termingerecht nicht sinnvoll war. Die fünfte Jahreszeit wurde diesmal im Glockenspiel eröffnet.

Bei der Rathauserstürmung wurde versucht, die Aktienmehrheit am Rathaus zu erwerben, was der Bürgermeister zu verhindern wusste. Nicht verhindern konnte er allerdings, dass ihm die Jecken den Schlüssel zum Rathaus wieder einmal entwendeten.

„Ob Film, ob Wahl, ob Karneval, mer han et beste Pääd im Stall“ lautete das Motto der Session 2008/2009 und des Karnevalszuges. „Film“ spielte dabei auf den Film „Vulkan“ an, dessen Dreharbeiten wochenlang in der Kernstadt für Verkehrsprobleme, aber auch für interessante Szenerien sorgte. Das „beste Pääd“ sollte ein trojanisches Pferd bei der Rathauserstürmung sein, aber das Projekt kam nicht zustande. Für viele Zugteilnehmer, die sich massiv gegen Regen schützen mussten, hatte Heino kurz zuvor eine „Steilvorlage“ gegeben, indem er in der Bildzeitung ausplauderte, dass er mit seiner Hannelore noch dreimal die Woche . . Karamba - Karacho . . - gehört das eigentlich in die Chronik des KVM? Sicher aber gehört da hinein, dass der Wagen des Elferrates nach 10 Jahren endgültig zum letzten Male durch die Straßen gezogen wurde - die Sicherheit der wertvollen Fracht war nicht mehr zu gewährleisten.

Beim Fischessen in Eicherscheid übernahm Robert Nolte nach zweijähriger Abwesenheit - bedingt durch den Tod seiner Frau Evi - wieder das Amt des Sitzungspräsidenten und bedankte sich herzlich bei Martin Hergarten, der ihn bei vielen Veranstaltungen bestens vertreten hatte. Als Gäste begrüßte er Achim Bädorf als ehemaligen, Alexander Büttner als amtierenden und Michael Nücken als Möchtegern-Bürgermeister - wie im Motto schon erkennbar, stand u.a. die Kommunalwahl bevor.

Der Elferrat hatte sich als Ziel für seine Bildungsfahrt eine europäische Metropole ausgesucht - wegen der weltweiten Wirtschaftskrise die nächstliegende: Köln am Rhein. Schwerpunkt der Studien war bei einem Stadtrundgang unter sachkundigster Führung das Thema Kölsch - natürlich mit vielen Verköstigungen. Und abends versuchte man, mehreres gleichzeitig zu pflegen: Das Flüssig-Lukullische, das Musikalisch-Musische und das Sozial-Kommunikative - natürlich, wie nicht anders zu erwarten: erfolgreich.

Eine besondere Ehrung hatte der Verein für Fredy Kirchner: Der Kunstlehrer am St.-Angela-Gymnasium war nicht nur jahrelang Partner von Robert Nolte im Sackeifel-Duo, sondern Jahr für Jahr hat er mit viel Phantasie die Vereinsorden entworfen und künstlerisch gestaltet. Als Dank dafür hat ihm der Verein einen Orden aus der Session 2000/2001, der u.a. das Sackeifel-Duo zeigte, echt vergolden lassen - ein wahrlich kostbares Dankeschön.

Die Sessionseröffnung 2009/2010, wieder gemeinsam mit Fidelia Kutterfrisch, fand im Hotel zur Post statt. In froher Runde wurde gefeiert, und das Motto „Jeck -we can“, von Elke Carl vorgeschlagen, bot viel Diskussionsstoff, hatte man doch erfahren, dass die Düsseldorfer ihre Session ebenfalls unter dieses Motto gestellt hatten. Robert Nolte konnte glaubwürdig versichern, dass er keine Tipps in seine Heimatstadt geschickt hatte.

Die Rathauserstürmung fand bei eisig kalten Temperaturen in Rekordtempo statt, zumal Bürgermeister Büttner seinen Platz quasi freiwillig den Wiewern überließ, was bei dem riesigen Haushaltsdefizit niemand wunderte. Missmutig sinnierte er darüber, dass er Aschermittwoch ja doch wieder an seinem Schreibtisch sein würde.

Am Karnevalssonntag hatten die Männer vom Bauhof sich schwer ins Zeug gelegt, um den Zugweg weitgehend von den Schneemassen zu befreien, die über Nacht gefallen waren. Den Zugteilnehmern - so auch dem Elferrat auf neuem Wagen - konnten die Wetterbedingungen die Freude nicht schmälern. Nur manche Kamelle blieb im Schnee stecken.

Beim Fischessen im Wintergarten in Eicherscheid beschloss der Elferrat die Sitzung wieder mit tollem Programm. Zum zehnten Mal hatte Gerlind Meyer Verantwortung für Idee und Einstudierung - das Publikum dankte ihr und natürlich den tanzenden Herren mit großem Applaus und „standing ovations“ - „Jeck, we can“.

Ob das gleiche Sessions-Motto oder die Neugier auf das etwas andere Bier Grund für das Ziel der Elferrats-Bildungsfahrt 2010 waren, ist nicht überliefert. Jedenfalls war nach zwei Tagen in der Landeshauptstadt Düsseldorf allen Teilnehmern klar, dass die Fahrt nur bei einem (oder zwei bis . .) kühlen Kölsch in der Post enden konnte.

Über die Aktivitäten der Session 2010/2011 wird in der vorliegenden Ausgabe der Vereinszeitung ausführlich berichtet, so dass sie in dieser Darstellung ausgespart werden.

Es wurden in dieser Zusammenstellung bewusst nicht alle Veranstaltungen einzeln aufgelistet. So gab es z.B. jährlich die Kindersitzung, für deren Zustandekommen die Bubbelsbröder sich besonders bei Christa Brück und Marlene Kirchner zu bedanken haben. Dass in all den Jahren in jedem Jahr der Kirschenmarkt und die Alten- bzw. Senioren- bzw. Herbstfahrt durchgeführt wurden, sei natürlich auch erwähnt. Beide Veranstaltungen stehen bekanntlich jeweils in einem engen Zusammenhang, denn der Erlös des Kirschenmarktes dient der Finanzierung der Altenfahrt: „Der Reingewinn von heute – für unsere alten Leute“ war das langjährige Motto des Kirschenmarktes.

Durch die Aktualisierung der Homepage wird die Vereinschronik nun immer auf dem neuesten Stand gehalten - man muss halt nur ein wenig blättern. Aber das ist Ihnen, lieber Fastelovendsjeck, die Sache doch wohl wert!?

Autor: Hans Trieschnigg